| Jeder vierte
Berufstätige in Deutschland
muss aufgrund von Krankheiten oder Unfällen vor Erreichen
des Rentenalters aufhören zu arbeiten.
Es droht, quasi über Nacht, Armut
und Sozialamt.
Und dieses Risiko ist Privatsache.
Der Staat springt hier nicht wirklich ein. Es gibt zwar
eine staatliche Erwerbsminderungsrente, die von den
gesetzlichen Rentenversicherungsträgern gezahlt
wird,
also meist von der Bundesversicherungsanstalt für
Angestellte (BfA) oder Landesversicherungsanstalt (LVA).
Die gesetzlichen Erwerbsminderungsrenten richten sich
nach der Höhe des bisherigen Einkommens - fallen
generell aber niedrig aus.
Die gesetzlichen Rentenkassen zahlen im Schnitt knapp
700 Euro pro Monat als volle Erwerbsminderungsrente.
Die aber nur dann voll ausgezahlt wird,
wenn der Arbeitnehmer nicht mehr als drei Stunden am
Tag arbeiten kann - und nur ein Drittel des letzten
Bruttogehalts erreicht wird.
Wer weniger stark geschädigt ist und noch Teilzeit
arbeiten kann, bekommt nur eine halbe Erwerbsminderungsrente.
Diese beträgt im Schnitt rund 400 Euro.
Nicht von dieser Regel betroffen sind
alle diejenigen, die vor 1961 geboren sind.
Sie erhalten weiterhin eine Berufunfähigskeits-
oder Erwerbsunfähigkeitsrente.
Außerdem müssen
folgende Voraussetzungen erfüllt sein.
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mindestens fünf
Jahre versichert |
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innerhalb der fünf
Jahre müssen drei Jahre Pflichtbeiträge
gezahlt
oder Kindererziehungszeiten geltend gemacht werden. |
Freiberufler und Selbstständige
bekommen gar nichts.
Und doch besitzen nur
18 Prozent aller Bundesbürger
eine private Police und nur
6,3 Prozent
aller Frauen eine auf sie persönlich abgeschlossene
Versicherung.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt
vor Verarmung, wenn man in dem Beruf,
für den sie abgeschlossen wurde, nicht mehr arbeiten
kann.
Ab dann, bis höchstens zum Erreichen des 65. Lebensjahres,
zahlt die Versicherung
- sie ist also kein Ersatz für die private Absicherung
der Rente.
Die Höhe der Zahlung hängt von den geleisteten
Beiträgen ab.
Je früher man also einsteigt, desto günstiger
ist die Versicherung.
Der Preis einer Berufsunfähigkeitsversicherung
hängt von diesen vier Kriterien ab:
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Alter |
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Gesundheitszustand |
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Geschlecht |
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Beruf |
Da Frauen sich statistisch betrachtet
etwas häufiger berufsunfähig als Männer
melden,
müssen Frauen einen höheren Beitrag zahlen.
Die einzelnen Berufe teilen die Versicherer in so genannte
Berufsgruppen ein.
Eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung sollte
man möglichst zu Beginn des Berufslebens abschließen.
Gerade junge Leute haben meist noch kein Vermögen
angespart und noch keine Rentenansprüche erworben.
Deshalb ist für sie die Berufsunfähigkeitsversicherung
besonders wichtig.
Die Versorgungslücke
kann grob folgendermaßen berechnet werden:
Man nimmt das Netto-Einkommen
und zieht davon alle Einnahmen ab, die man neben dem
Arbeitseinkommen hat.
Berechnungsmodell :
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Netto-Einkommen abzüglich: |
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gesetzliche Erwerbsminderungsrente
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betriebliche Berufsunfähigkeitsrenten |
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Einkünfte des
Partners |
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Kapitalerträge |
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Mieteinnahmen |
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verwertbares Vermögen |
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= |
Versorgungslücke |
Das Ergebnis, die Versorgungslücke,
ist der Betrag, den man als Berufsunfähigkeitsrente
versichern sollte, um im Notfall den heutigen Lebensstandard
zu halten.
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